Nicolas Gold und Markus Schaffer von Sheyn für mything boutique

SHEYN ist ein junges, innovatives Schmucklabel aus Wien, das sich voll und ganz digitalem Design und digitalen Fabrikationsmethoden verschrieben hat. Mit 3D Druckverfahren hergestellter Silberschmuck designt von Co-Gründer Nicolas Gold ist nun in der mything boutique erhältlich. Wir haben mit ihm gesprochen.

mything boutique: Hi Nicolas, schön, dich kennenzulernen. Bitte erzähl uns kurz, wer du bist!

Nicolas Gold: Mein Name ist Nicolas Gold. Ich wurde in Argentinien geboren, lebte 12 Jahre in Israel und zog 2014 nach Österreich. In Wien schloss ich mein Masterstudium in Architektur an der Universität für angewandte Kunst in den Ateliers der international anerkannten Architekten Zaha Hadid und Kazuyo Sejima (SANAA) ab. Im Jahr 2016 gründete ich zusammen mit Markus Schaffer eine eigene Schmuckmarke: SHEYN.

Die Gründer des Schmucklabels SHEYN Nicolas Gold und Markus Schaffter. mything boutique.

Nicolas Gold und Markus Schaffer, SHEYN Gründer

Man könnte meinen, dass Architektur und Schmuckdesign völlig verschiedene Dinge sind…

Architektur oder Schmuckdesign – das ist nur eine Frage der Größenordnung. Ich habe eine starke Leidenschaft für Ästhetik und Objekte, aber Architektur ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen. Das macht es schwierig, sich ganz auf die Designidee zu konzentrieren. In der Architektur gibt es eine große Kluft zwischen der Entwurfs- und der Bauphase. Die Umwandlung eines Konzepts in ein Gebäude kann sehr frustrierend sein. Am Ende ist das Gebäude nur eine weit entfernte physische Interpretation der ursprünglichen Idee.

DIGITALE WERKZEUGE FÜR DEN HERSTELLUNGSPROZESS VON SCHMUCKOBJEKTEN BESEITIGT DIE KLUFT ZWISCHEN DESIGN UND ENDPRODUKT.
Nicolas Gold

Was ist beim Schmuckdesign anders?

In kleineren Maßstäben existiert der Bruch zwischen dem ursprünglichen Design und dem Endobjekt kaum. Dank digitaler Design- und Fertigungswerkzeuge war der Übergang von der Architektur zum Schmuckdesign sehr einfach und reibungslos. Der Abstand zwischen einem virtuellen Modell und einem physikalischen Objekt ist im Schmuckdesign extrem kurz. Ich war fasziniert von der Freiheit, Perfektion und Geschwindigkeit, die digitale Designwerkzeuge den Schmuckdesignern bieten.

Auch die Produktion ist digital: Dank modernster 3D-Drucktechnologien werden deine wunderschönen Stücke ermöglicht.

Ja, genau. Die Möglichkeit, sich auf das Design selbst zu konzentrieren, und die Schnelligkeit des Prozesses vom Konzept bis zum Produkt sind die Besonderheiten von digital designten Schmucks. Wir verwenden digitale Designtools, um die geometrische Entwicklung jedes Stückes zu verstehen. Auch die ersten Schritte im Produktionsprozess danach sind noch digital. Unsere Ergebnisse sind tragbare Designobjekte, die die Schönheit dieses Prozesses unterstreichen. Der Produktionsprozess kombiniert 3D-Drucktechnologien und fortschrittliche digitale Fertigungsmethoden mit den traditionellen Fertigungstechniken wie Formen, Gießen und Polieren.

Der „Sisel“ Anhänger von SHEYN wird aus Sterlingsilber 925 mithilfe modernster 3D-Drucktechnologie hergestellt

Wenn man an 3D-Druck denkt, fällt einem als Erstes Kunststoff ein. Du arbeitest aber unter anderem mit Edelmetallen wie 925 Sterlingsilber. Wie funktioniert das?

Jeder Entwurf wird als digitales 3D-Modell in einer STL-Datei exportiert und virtuell an die Produktion übergeben. Das Objekt wird zunächst in Wachs 3D-gedruckt und anschließend in Sterlingsilber gegossen. Diese Kombination aus digitaler Fertigung und traditionellem Gießverfahren gibt uns die Möglichkeit, kleine Serien herzustellen. Außerdem gewinnen wir so auch die Freiheit, die Produkte von Zeit zu Zeit ein wenig anzupassen und zu verbessern. Moderne digitale Fertigung wie 3D-Druck erlaubt eine ständige Suche nach den präzisesten und schönsten Formen, und genau darum geht es bei SHEYN.

Dieses Paar 3D-gedruckt Ohrringe von SHEYN verwandelt sich durch eine sanfte und elegante Drehung von einer konkaven in eine konvexe Form.

Die Feivel bestechen durch ihre geschwungene Form. „Feivel“ bedeutet auf Jiddisch „hell, strahlend“.

Einiger dieser erstaunlichen Stücke gibt es ja auch in der mything boutique zu entdecken. Erzähl uns ein wenig über SHEYN, die Idee dahinter und woher der hübsche Name kommt!

SHEYN ist das jiddische Wort für „schön“. Das Wort SHEYN spiegelt unsere Philosophie und Werte wider: Wir konzentrieren uns auf die rein visuellen Aspekte und ästhetischen Qualitäten jedes Designs und suchen nach den schönsten Formen.

Jedes einzelne Stück, das wir entwerfen, erhält einen anderen jiddischen Namen und vermittelt so ein Gefühl von Einzigartigkeit und Persönlichkeit. Jiddisch ist eine Sprache, die Hebräisch und Deutsch miteinander verbindet. Wir verwenden sie, um die Verbindung zwischen den Gründern von SHEYN, die aus Israel und Österreich stammen, zu betonen.

Vielen Dank für das Gespräch, Nicolas!

Beitragsbild © Matt Observe