3D Druck und die Möglichkeiten der Personalisierung haben auch die Modewelt erreicht

3D-Druck ist nicht nur eine Technik, die ein neues Zeitalter für Modeschöpfer und Schmuckdesigner einläutet. Es ist eine Revolution, die dem Kunden mehr Macht und eine lautere Stimme verleihen.

Clara Wimmer

Die vierte industrielle Revolution ist bereits eingeläutet. Die Verbindung von Digitalisierung, Technologie und Kommunikation ist längst kein Ausnahme mehr. 3D-Druck ist ein Verfahren, das genau an dieser Schnittstelle momentan großes Potential freilegt. Auch die Mode- und Designwelt bleibt davon nicht unberührt – und steht dabei vor neuen Herausforderungen und Chancen gleichermaßen.

Eine Chance ist es, den Kunden soweit wie möglich in den Design- und Herstellungsprozess individuell einzubinden. Eine Entwicklung, die nicht von ungefähr kommt. Sie entspricht dem Zeitgeist und zeigt in die Zukunft. Der Wunsch nach persönlicher Mitsprache wächst. „Alles andere als gewöhnlich!“ ist die bestimmende Devise.

Auf der anderen Seite des modischen Spektrums hat Second Hand schon längst sein Schmuddel-Image abgelegt. Der Blick in die Vergangenheit in Form von „Vintage“ und „Retro“ verleihen einem Kleid oder einem Ring eine Aura. Das Teil hat bereits etwas erlebt. Und das wichtigste, es kommt nicht von der Stange. Es ist selten, vielleicht sogar einmalig.

Doch was, wenn man seine eigene Geschichte schreiben und trotzdem individuell sein möchte. Genau hier kommt die 3D-Drucktechnik ins Spiel. Obwohl das Verfahren erst in den letzten Jahren kommerziell wurde, ist es keine junge Erfindung. Bereits in den 1980ern hat man begonnen damit schnell Prototypen zu produzieren. Die Neuerung ist der Gebrauch, abseits von dem technischen Aspekt das Potential der Individualisierung von Mode und Accessoires zu sehen.

Lade…
159,00 
3D-gedrucktes Itus Armband in Sky Blue von Eva Blšáková
49,00 
Dieses Paar 3D-gedruckt Ohrringe von SHEYN verwandelt sich durch eine sanfte und elegante Drehung von einer konkaven in eine konvexe Form.
159,00 

Grenzenlosigkeit

Mittlerweile ist die Verwendung von additiver Fabrikation im Bereich Schmuck und Accessoires einfach umsetzbar. Der Zugang zu den Materialien ist neu. Ihre Eigenheiten bringen viel Potential für den Designprozess im Speziellen und die Modeindustrie im Allgemeinen.

Es bietet Ausbaumöglichkeiten in der Materialtechnik. Schmuckdesigner erhalten mehr Freiheit in der Entwicklung geometrische Entwürfe wie auch neuer Formen und Strukturen. Kurz gefasst, ist der 3D-Druck eine Technik, die in ihrer Zukunft keine Grenzen kennt.

Diese Entwicklung führt auch zu einer Machtverschiebung in Richtung Kunden. Es ist keineswegs eine Diktatur der Trends mehr. Die Do-it-yourself-Bewegung hat die Technik für sich entdeckt, doch stößt auch an Grenzen. Je komplexer und personalisierter der Druck sein soll, desto schwieriger ist die Ausführung. Die online Plattform mything.com zum Beispiel bietet hier professionelles Service für alle Bereich des 3D-Drucks und der digitalen Fertigung.

Pascal Morand, Präsident der namhaften Fédération française de la Couture et de Mode, sieht in Mode aber vielmehr als das bloße Schaffen von Produkten. Für ihn ist ein Kleidungs- oder Schmuckstück immer mit der Philosophie und der Ästhetik des Designers verbunden, wie er Business of Fashion gesagt hat. Und diese nähert sich immer mehr dem Kunden, seinen Wünschen und Vorstellungen an: „Der 3D-Druck ist nicht weniger als eine neue industrielle Revolution, die das Potenzial für bedeutende Innovationen von Wirtschaftsmodellen birgt“, schreibt er dazu.

3D-Druck verbindet also das Beste aus zwei Welten. Der Kunde erhält eine Stimme. Er kann das Produkt anpassen und dadurch zu seinem eigenen machen. Gleichzeitig gewinnt er einen spannenden Einblick in die Welt des Designers.